Die österreichische Filmindustrie

DIE FÄLSCHER

Österreichische Filmerfolge

Ganz Österreich konnte im Februar 2008 über den für den österreichischen Film zweifellos größten Erfolg der letzten Jahre jubeln. DIE FÄLSCHER von Regisseur Stefan Ruzowitzky wurde in Los Angeles mit dem Oscar® als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Dadurch sicherte sich der Film, mit Karl Markovich in der Hauptrolle, seinen kommerziellen Erfolg auch in den USA, wo er in den Top 25 des Box Office landete. Produziert wurde DIE FÄLSCHER von Magnolia (D) und Aichholzer (Ö).

2009 feierten Tizza Covi und Rainer Frimmel mit ihrem Film LA PIVELLINA einen weiteren großen internationalen Erfolg für Österreich. Ausgezeichnet als bester Europäischer Film in der Reihe Quinzaine des réalisateurs des Filmfestivals in Cannes lief der Film auf über 120 internationalen Filmfestivals, darunter Berlin, Toronto, Karlovy Vary und New York, und erhielt über 30 internationale Preise.

Die höchste Auszeichnung des weltweit renommiertesten Filmfestival in Cannes gewann im selben Jahr Österreichs Regie-Aushängeschild Michael Haneke: die  Goldene Palme für sein Meisterwerk DAS WEISSE BAND. Daneben gewann der Film drei Preise bei den European Film Awards in den Kategorien Europäischer Film, Regie und Drehbuch, einen Golden Globe und wurde in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film sowie Beste Kamera für den Oscar 2010 nominiert. Mit diesen Erfolgen festigte Haneke endgültig seinen Status als Ausnahmeregisseur, nachdem er bereits 2001 in Cannes für DIE KLAVIERSPIELERIN den großen Preis der Jury gewonnen hatte.

Mit REVANCHE von Götz Spielmann wurde 2009 erneut ein österreichischer Beitrag für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert.

Aufgezeigt haben in den letzten Jahren auch viele junge österreichische Regisseurinnen und Regisseure. Jessica Hausner erhielt 2009 mit ihrem Spielfilm LOURDES eine Reihe an Auszeichnungen bei den 66. Filmfestspielen in Venedig. Eine der österreichischen Zukunftshoffnungen ist der iranisch-stämmige Wiener Regisseur Arash T. Riahi. EIN AUGENBLICK FREIHEIT , sein politischer Film über Flüchtlingsschicksale auf ihrem Weg nach Europa, wurde 2008 mit Preisen für den besten Erstlingsspielfilm bedacht.

Die jüngsten Erfolgsgeschichten legten die Regisseure Markus Schleinzer und Karl Markovics mit ihren beeindruckenden Erstlingsfilmen MICHAEL und ATMEN vor.  Nach den erfolgreichen Uraufführungen beim Festival in Cannes 2011 geht ATMEN 2012 ins Rennen um den Oscar in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film.

LET'S MAKE MONEY

Hohe internationale Anerkennung erhalten österreichische Filmproduktionen auch im zweiten großen Filmgenre, dem Dokumentarfilm. Mit der konsequenten Entwicklung einer eigenen filmischen Handschrift trugen die österreichischen Dokumentarfilmer einen großen Teil dazu bei, die Qualitätsmarke ‚Austrian Film’ entstehen zu lassen. 2006 kamen zwei Filme der beiden Dokumentarfilmemacher Michael Glawogger (WORKINGMAN’S DEATH) und Nikolaus Geyrhalter (UNSER TÄGLICH BROT) auf jeweils über 60 Festivaleinladungen. Beide Dokumentarfilmer geben mit sehr exakt komponierten Bildern intensive Kommentare zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation ab. Nikolaus Geyrhalters ABENDLAND (2010) wurde beim Doc Film Festival in Warschau ausgezeichnet. WHORE‘S GLORY verhalf Michael Glawogger zum Special Orrizoni Jury Prize bei den Filmfestspielen von Venedig 2011.

Für internationales Aufsehen sorgten eine Reihe weiterer gesellschaftskritischer Dokumentarfilmproduktionen aus Österreich. Dazu zählen Erwin Wagenhofers WE FEED THE WORLD und LETS MAKE MONEY sowie Werner Bootes Dokumentation PLASTIC PLANET über die drastischen Folgen der übermäßigen globalen Kunststoff-Produktion. Weitere interessante und international erfolgreiche Dokumentarfilmarbeiten lieferten Nina Kusturica mit LITTLE ALIEN und Anja Salomonowitz mit KURZ ZUVOR IST ES PASSIERT ab. Den größten internationalen Dokumentarfilmerfolg der letzten Jahre brachte die Oscar-Nominierung für den besten Dokumentarfilm für Hubert Saupers DARWIN’S NIGHTMARE.

In Österreich gibt es eine lange Tradition für Kurz- und Experimentalfilme, von denen einige zu den internationalen Klassikern der Genres gehören. Hervorgehoben sei Avantgardefilmer Peter Tscherkassky, der über lange Jahre Kurzfilme bei den weltweit größten Festivals platzieren konnte. Weitere wichtige Vertreter des österreichischen Experimentalfilms sind etwa Martin Arnold und Mara Mattuschka. Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der österreichische Kurzfilm abermals durch eine Oscar-Nominierung, und zwar für Virgil Widrichs Kurzfilm COPYSHOP in der Kategorie „Best Short Film – Live Action“.

Brandaktuelle News über den Österreichischen Film bietet die Website der AFC.

Im Fernsehbereich besitzen vor allem die Dokumentationen der TV-Serie UNIVERSUM hohes internationales Ansehen. Die seit 1987 bestehende Sendereihe des Österreichischen Rundfunks (ORF) widmet sich auf höchstem Niveau populären Themen der Naturwissenschaften. Für die Sendung arbeitet der ORF in breiter internationaler Kooperations -gemeinschaft mit der renommierten Natural History Unit der englischen BBC, der amerikanischen National Geographic Society sowie mit dem französischen Vertrieb Docstar. Das GENIE DER NATUR (3 x 50 Minuten) gewann 2008 einen Emmy Award für Best Camera - eine Auszeichnung, die bis dato kaum ein europäischer Film erhalten hat. Die Miniserie hat sich in über 20 Länder verkauft, von den USA über Russland bis Malaysia.

Österreich beheimatet auch eine äußerst krea­tive Werbeszene, die in den letzten Jahren mehrere internationale Auszeichnungen erringen konnte. So werden etwa bei den Cannes Lions - dem bedeutendsten Werbefestival der Welt – regelmäßig auch österreichische Werber ausgezeichnet. 2008 gelang zwei Werbespots der Weg bis ins Finale, der Werbeagentur Ogilvy & Mather mit einem Werbefilm für das Rote Kreuz sowie der Agentur Publicis mit einem Spot für das Telekommunikationsunternehmen T-Mobile. 2011 gewann die Agentur Demner, Merlicek & Bergmann mit ihrem Werbefilm für ein Möbelunternehmen die Golden Drum beim Internationalen Werbefestival in Portoroz (SLO).

 

Österreichische Filmproduktion - Fakten und Zahlen

Fakten und Zahlen über die österreichische Filmindustrie liefert der alljährlich erscheinende Filmwirtschaftsbericht des Österreichischen Filminstituts.

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